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Montag, 17. Oktober 2011

"La gente esta muy loca!"

Im Moment widme ich mich sehr der spanischsprachigen Musik, beziehungsweise den mexikanischen Charts. Habt ihr schonmal vom "Latino" oder "Regaetton" gehört? Das sind teilweise sehr seltsame lateinamerikanische Musikrichtungen, und ich weiß bisher noch nicht so recht, wie ich dazu auf Partys tanzen soll (wie niemand so genau), trotzdem sind sie hier echt beliebt. Zusätzlich ist spanische Musik übrigens ein sehr kluger Weg, spanisch zu lernen- inzwischen hör ich mir jeden Tag mindestens einen Song mit dem Songtext an. Diese Musik darf man allerdings nicht mit klassischer mexikanischer Musik vergleichen, wie sehr ichs auch versuche sie zu mögen- nein! :D
Dies Wochenende hab ich viel mit der Familie verbracht. Freitag waren wir essen und auf einer Art Bücher-Messe (ich werds nochmal wagen, und suchte mir ein Buch aus in spanisch über mexikanische Geschichte), dann hab ich noch kurz auf ner Fiesta "vorbeigeschaut" (ich nenns noch so, für mich sind zwei Stunden für eine Party noch sehr kurz, auch wenn ich mich damit abfinden muss). Am Samstag war ich mit meiner Mutter auf einem "Baby Shower" von Verwandten, wieder eine mexikanische Tradition. In dieser "kleinen Fiesta" feiert man (nur mit weiblichen Personen) die Geburt eines Kindes, ca einen Monat vorher. Die lief so ab, dass wir zuerst kleine "Gewinnspiele" spielten, besonders beliebt ist hier "Lotteria", das ist in etwa wie Bingo nur mit Bildchen. Währenddessen darf das Essen natürlich nicht fehlen (Tamales, Frijoles, Snacks, Kuchen- man wird hier wirklich gemestet vom Essen). Dann wurden noch ein paar Worte für die zukünftige Mutter gesprochen. Am Samstag Abend war ich noch im Kino ("Sin escape" mit Taylor Lautner), bin mal gespannt wann der Film in Deutschland ins Kino kommt. Mein Bruder meinte, hier würden alle Filme und Serien einen Monat eher laufen (meistens ohne Synchronisation, mit Untertitel), was echt cool ist. :) Am Sonntag sind wir nach dem gewöhnlichen leckeren Essen zu unserem zweiten weiter außerhalb liegendem Häuschen gefahren (Ranch). Ich mag diesen Platz, da er sehr still ist und es viel Grünfläche gibt- eine gute Abwechslung zum alltäglichen Stadtleben, wo man sich des Öfteren auch mal ein wenig im Haus gefangen vorkommt. Oft brauche ich länger, um meine Gasteltern verstehen zu können, wenn sie mir eine Party verbieten oder es nicht gerne haben, wenn ein Freund mich nach Hause bringt. Aber am Ende läuft es immer darauf hinaus, dass sie einfach nur besorgt um mich sind. Aber inzwischen habe ich schon mehr Freiheiten, zum Beispiel nehme ich nach der Schule immer den Bus- was sich ganz harmlos anhören mag, aber von wegen. Meine Freundin war so besorgt, als ich ihr davon erzählte, dass sie mich angefleht hat, nicht mit zu fahren und mir alles mögliche angeboten. Viele Eltern verbieten ihren Kindern, den Bus zu nehmen, weil sie Angst davor haben, dass sie gekidnappt oder ausgeraubt werden. Aber ich wollte das unbedingt durchziehen, und diese Freiheit auskosten, die ich erhielt. Und solange man immer die Augen aufhalte, so sagte auch mein Vater, kann im Grunde nichts passieren- und so wars auch. Inzwischen habe ich schon einige Male den Bus genommen, aber ich geb zu, ein Erlebnis hat mich trotzdem schon geprägt: einmal saß ich im Bus, und plötzlich hörte ich einen Schuss von weiterher, und danach Sirenen- Wow. Aber eigentlich will ich euch damit keine Angst machen, denn die hab ich auch nicht. Angst setzt manchmal so viele unnötige Grenzen die verhindern, weitere hilfreiche Erfahrungen zu machen. Und passieren kann einem immer was, egal unter welchem Umständen, man kann nie vorbereitet sein- man kann muss hier in einer Stadt wie dieser einfach nur mehr aufpassen als in einem kleinen Ort im behüteten Deutschland, das ist alles. Trotzdem schätze ich bereits wirklich sehr die Freiheiten in meinem Land, jeden Tag!
Ansonsten bin ich schon fleißig mit meinen Wochenend-Planungen zugange. Besonders freue ich mich auf mein erstes Halloween- zwar eine Kopie der eigentlichen USA-Tradition, trotzdem soll das hier total super sein. Und alle verkleiden sich, egal wie, und es gibt ganz viel Kitschdekoration. Uund natürlich: Fiesta! Manchmal frag ich mich, ob wir Deutschen überhaupt irgendwas besonderes feiern, vielleicht liegt es auch daran, dass es hier für fast jeden Anlass irgendwelche Feiern gibt- aber ich genieß es! Mein November ist glaub ich bereits ziemlich ausgebucht; am ersten Wochenende fahre ich mit Salli (aus Taiwan) nach Sabinas, Judith und Renatta (Deutschlad & Brasilien) besuchen. Ein Wochenende sehe ich zum ersten Mal mit meiner Familie eine "Boda" (Hochzeit), was scheinbar Events wie den "Quinceanos" noch toppen soll! Und darüber hinaus steht meine Reise nach Mexico City an.
Also langweilig wird mir hier glaub ich nicht! Obwohl die Tage in der Woche langsam sehr "alltäglich" werden (Schule-Freistunden-Fitnessstudio oder Salsa-nach Hause-Essen mit Familie-Bett), macht es mir großen Spaß!
Ich hoffe, euch geht es soweit gut im kalten Deutschland! :)

Montag, 3. Oktober 2011

Buenas tardes...

Und liebe Grüße aus dem bereits kühlem (20 Grad-) Monterrey- ich mach gerne Witze über meine Freunde, wenn sie an so "kalten Ausnahmetagen" in dicker Jacke zur Schule kommen und meinen, ihnen ist kalt und ich in Top und kurzer Hose neben ihnen sitze. Aber ich genieße diese Tage (die noch wenig vorkommen), an denen es frisch ist, sowie die Tage, an denen es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint (sehr seltsames Wetter, gibt es bei uns nicht). Ich bin jetzt seit 6 Uhr von meinem "stressigen" Schultag (+ Fitnessstudio) zu Hause, und schiebe meine Hausaufgaben noch ein bisschen auf. Mein Wochenende war etwas ruhiger, wie immer hatte ich viele Pläne, von denen mal wieder nur ein Teil umgesetzt worden ist (ich gebe mal den Mexikanern die Schuld dafür). Trotzdem habe ichs geschafft, wenigstens am Abend rauszukommen. Denn meine Eltern und mein kleiner Bruder waren am Wochenende nicht zu Hause (auf einem Rotary-Meeting in den USA), und ich war mit meinen Brüdern allein zu Hause. Das machte das Planen nicht unbedingt einfacher. Trotzdem wars ganz witzig (da niemand von uns wusste wie man kocht, und ich hab meinem Bruder "Rühreier" (mehr oder weniger) gezeigt und meine ersten eigenen Pancakes gemacht (eine Schande dass es die nicht bei uns in Deutschland gibt!). Am Freitag Abend war ich auf einer richtigen mexikanischen Houseparty, die mich ehrlich gesagt ein bisschen verwirrt hat (ich hatte was völlig anderes erwartet). Statt "Locations" oder irgendwelchen Sitzgelegenheiten standen alle nur auf "einem Haufen", dicht aneinander bei nur geringer Fläche. Man konnte sich kaum bewegen, allerdings gab es einen Tisch ("Bühne"), auf der einige tanzten- ganz schön verrückt. Die Hausparty dauerte für mich allerdings nur 2 Stunden, da ein Freund, der mich abholen wollte, sich gute anderthalb Stunden verspätet hat, ohne sich zu melden (was mich innerlich rasend gemacht hat, aber er hat im Nachhinein gar keine Notiz davon genommen, typisch eben), und für mich endet eine Party gegen 11:30-12, dann muss ich zu Hause sein. Was mich allerdings nicht allzu sehr stört, ich verstehe ja warum. Am Samstag war ich auf meinem zweiten "Quince años", wovon ich immer noch total angetan bin. Naja, wobei meine Freunde schon langsam gelangweilt von diesen Feiern sind; für mich ist der ganze Ablauf noch unheimlich spannend. Am Sonntag (Familientag!) waren wir Essen (von dem mexikanischem Essen kann ich immer noch nicht genug bekommen, was ich nicht unbedingt positiv finde), aber ich hab mir schon so viele Rezepte eingeprägt, um zu Hause kochen zu können!
Ich merke, mein letzter Post ist über zwei Wochen her, und ich habe noch nicht von dem spannenden Wochenende vor zwei Wochen berichtet: Der Rotary-Kurztrip nach Tampico. Der hat mir unglaublich gefallen, und es war interessant, einmal andere Facetten von Mexiko zu sehen. Monterrey ist (für Mexiko) ja eine ziemlich reiche und moderne Stadt, während Tampico eher ärmer (und teilweise "verfallen") ist- und mit Strand! Am Freitag gegen 8 Uhr morgens ging es mit 3 anderen Austauschschülern auf eine 7- stündige Reise mit dem Bus (und der war vielleicht luxoriös, + Filme, Musik, Snacks, Fußlehnen & Internet), die ich wirklich genossen hab. Die Begegnung mit den Austauschschülern war teilweise echt witzig, zum Beispiel mit der Deutschen Judith (mit ihr bin ich auch zusammen geflogen); ich redete in deutsch auf sie ein, worauf sie mich komplett verwirrt angeschaut hat und mich (glaub ich sogar auf spanisch) gefragt hat, in welcher Sprache ich denn rede. Und ich musste sie wieder langsam Schritt für Schritt in ihre Muttersprache bringen. Sie wohnt in einem kleinen Dorf (ca eine Stunde von Monterrey), und dort wird nur Spanisch gesprochen und niemand spricht wirklich englisch. Ich beneide sie ehrlich gesagt ein bisschen, da sie so schneller in die Sprache reinkommt. Aber im Grunde konnte ich nach dem Wochenende sagen (wonach ich die anderen Austauschschüler meines Distrikts kennengelernt hab) sagen, dass ich nichts an meinen Fortschritten im Spanisch zu bemängeln hab. Ich bin sogar sehr glücklich, weil ich dabei bin, zwei Sprachen zu lernen. Salli, Austauschschülerin aus Taiwan, hat dagegen ziemliche Schwierigkeiten damit, in ins Spanische reinzukommen (verständlich, wenn man sich mal mit chinesisch versucht)- also war ich manchmal diejenige, die im Bus zwischen uns vier Austauschschülern von Spanisch ins Englisch übersetzen musste, ist doch cool! ;D Auch in in Tampico merkte man die verschiedenen Fortschritte der verschiedenen Länder, das war ganz interessant: während die Portugiesen (und Franzosen) nach einem Monat so gut wie fließend Spanisch sprechen und die Deutschen ziemlich schnell lernen, haben die US-Amerikaner mehr Probleme und Türken sowie Chinesen große Schwierigkeiten. Aber das machte uns am Wochenende nichts, zur Not gabs ja noch englisch und man konnte mit jedem kommunizieren, sowohl auf spanisch als auch/oder auf englisch- und ich hab bereits neue Freunde aus Brasilien, der Türkei, Frankreich, Usa, Taiwan, Thailand, Ungarn, Belgien, Ecuador, Indunesien und und und..Klingt doch gut, oder? Die meisten waren allerdings aus Brasilien oder aus Deutschland.
Das Wochenende ging (natürlich) sehr schnell um, aber zum Glück hat ja jeder eine "Facebook-Identität", was uns die Möglichkeit gibt, das ganze Jahr über in Kontakt zu bleiben. Und auf den zukünftigen Reisen sieht man sich ja vielleicht wieder. Seit dem Wochenende hat mich wieder unheimlich der Ehrgeiz gepackt, Spanisch zu lernen, und ich merke, wie ich langsam Fortschritte mache (und hab bereits gemerkt, welche ich gemacht habe), was mich echt erleichtert. Jeden Tag sind meine Hände beschrieben und inzwischen habe ich schon mehrere Blöcke mit Vokabeln beschrieben (wenn ich schreibe, kann ich besser lernen).
So, ich glaube das wars heute auch, denn abends bemühe ich mich, egal wie müde ich auch bin, mit der Familie zusammenzusitzen und wenigstens ne Stunde zu reden. Das gehört inzwischen zu meinem Alltag, das führt zwar dazu, dass Hausaufgaben und Schlaf oft vernachlässigt werden (ich gehe so gut wie jeden Abend nicht vor 12 ins Bett, sowie jedes andere Familienmitglied auch), aber ich nehme an, dass das Familienverhältnis für einen Austauschschüler sehr wichtig ist. Man sollte es nicht vernachlässigen, da können andere Dinge auch erstmal warten!
Fotos folgen (hoffentlich!)
Saludos!

Hier eine kleine Fotoauswahl vom Rotarytrip in Tampico:


"Location"

Die deutschen Austauschschüler

Am Strand von Tampico

Aleman-Aleman-Brasileno

Im Zentrum von Tampico

Mittwoch, 21. September 2011

Fotos eines typischen "Quinceaños"

(Teilweise von Fotoshoots des 15. Geburtstags meiner Freunde, um euch das mal zu demonstrieren)





"Jajajajajaja"

Erstmal an alle Facebookfreunde, die sich inzwischen schon auf das häufig auftauchende "jajajaja" auf meiner Pinnwand oder Nachrichten gewundert und mich gefragt haben, warum das so oft verwendet wird; kurze Erklärung: Mexikaner sprechen das 'j' als 'ch', also theoretisch heißt es "chachacha" sowie "haha", und statt mit Emoticons wird viel mit solchen Lauten wie "haha" geschrieben. Naja, das ist jetzt vielleicht nicht allzu wichtig, aber das nur so nebenbei- und ist doch cool, dass schon im Internet die Eigenschaften zwischen den Ländern verschieden ist, egal wie international auch alles geworden ist.
Meine Wochen waren bisher ganz gut, ich versuche mir nun langsam mal meinen Alltag einzurichten ;D Montags und Mittwochs gehts ab ins Fitnessstudio (in der Schule), Dienstags und Donnerstags hab ich Salsa und viiiele Freistunden. Die gefallen mir am besten! Denn diese nutzt man meistens, um Zeit mit Freunden zu verbringen, Mittagzuessen in der Cafeteria oder an den Tacoständen, oder sich einfach auszuruhen. Ansonsten schaff ich in der Woche allerdings noch nicht viel mehr, weil ich erst spät zu Hause bin und meine Freunde viel mit Hausaufgaben beschäftigt sind (und diese ganze Organisationssache für ein Auto und Erlaubnis der Eltern kommt auch noch dazu). Ich bevorzuge im Moment noch eher Spanisch zu lernen in der Zeit, oder den Abend mit der Familie zu verbringen. Dafür versuch ich das Wochenende immer so früh wie möglich zu planen und viel rauszugehen!
Vorletztes Wochenende war ich zum Beispiel auf einem "Quince años", das war vielleicht ein Erlebnis! Okay, kurze Erklärung: Der fünfzehnte Geburtstag wird für die Mädchen rieeseeesig gefeiert, und die vielen 'e's sind nicht übertrieben! Es ist ähnlich wie in den Usa "Sweet Sixteen". Das kennen vielleicht alle, die MTV gucken, wobei ich immer dachte, dass nur die Super-Reichen sich soetwas leisten können und fürs Fernsehen alles übertrieben wird- aber nein, das gibt es wirklich, und beinahe jedes Mädchen (das einen "guten Familienstand" hat), feiert ihren 15. Geburtstag groß, mit allem was dazugehört: Kleid, Limousine, Riesen-Location mit Tanzfläche, Buffet, Torte, Kamerateam, Fotos und Video von der "Quincañera", Gottesdienst, eingeprobte Tänze mit den Quincañeras, das sind zum Beispiel jeweils 10 Freundinnen und Freunde, die in gleichaussehenden Kleidern und Anzügen geworfen sind, Familie und Freunde, Fotoshooting (was vorher gemacht wird, ich denk ich ladt noch Fotos hoch), manchmal eine Party mit einem gewissen Thema (ich war auf einem Geburtstag, wo Paris das Oberthema war weil es dem Mädchen gefällt, also war alles mit Eifeltürmchen geschmückt) und vorgefertigte Einladungen - das alles braucht beinahe 2 bis 3 Monate Vorbereitungszeit, bei ner Freundin hat das ganze sogar ein halbes Jahr gedauert. So wie es sich anhört, ist der ganze Spaß auch ganz schön teuer (es wird auch lange für diesen Tag gespart), so ein Geburtstag kann umgerechnet bis zu 20.000 Euro kosten. Als ich das erste Mal das alles sah, bin ich mir wie in einem Traum vorgekommen- was für viele Freunde vom "Prepa-Tec" Alltag ist, bzw sie so einen "Quince años" fast jedes zweite Wochenende besuchen (ohne übrigens manchmal die Gastgeberin persönlich zu kennen). Eine Bedingung gibt es jedenfalls: Manchmal kommt man nur mit Einladung rein (die ich zum Beispiel von einer Freundin einer Freundin bekommen hab), und schnell sind die Einladungen weg. Trotzdem werd ich nicht zögern, weiter nach den "Quinceaños" Ausschau zu halten und so viele wie möglich zu besuchen, das ist einfach soo toll!
Eislaufen war ich inzwischen auch schon, aber meine Freunde sind immer sehr schnell müde, haha, deswegen waren wir nicht allzu lange.
Und am letzten Freitag war zusätzlich ein wichtiges Ereignis für Mexiko, das ich miterlebte: Unabhängigkeitstag. Naja, der war für mich nicht ganz so erfreulich, weil wir eigentlich mit der Familie uns den "Grito de Independencia" anhören wollten; dieser war am Donnerstag, denn am Abend "vor der Unabhängigkeit" hält der President oder Vorsitzende eine Rede (in der Stadtmitte). Den konnten wir aber leider nicht besuchen, der Grund: zu viel Gefahr. Sah man am nächsten Tag in der Zeitung und schlug den Artikel des "Grito" auf, sah man auf dem Bild nur wenig Leute, wobei normalerweise alles voller Menschen ist! Dagegen ließt man daneben viele Artikel von Überfällen, Schießereien und der "Insecurity" (den Begriff werde ich irgendwann nochmal erklären, aber dieser hängt mit einer sehr langen Geschichte zusammen). An diesem Abend blieb ich also zu Hause, auch wenn mich das echt geärgert hat, und man so die Nachteile dieser Stadt zu spüren bekommt. Dafür hab ich am Mittwoch davor viel "mexikanische Kultur" kennengelernt, in der "Fíesta Méxicana", die von meiner Schule organisiert wurde- mit Ständen, an denen man typische mexikanische Dinge kaufen konnte (überwiegend Essen ;D) und Bühne, wo getanzt und gesungen wurde und Aktivitäten, zum Beispiel mexikaniches Lotto. Der Abend hat mir wirklich sehr gut gefallen!
Dieses Wochenende war ich bei einer Freundin, "Movienight". Ich hab dort übernachtet, in dem wohl größtem Haus, das ich je gesehen hab! Mir (und meiner Familie) ist wohl ein wenig der Atem stehengeblieben, als wir davor standen (kannten ja nur die Adresse). Mit den Worten "Bitte verirr dich nicht" ließen sie mich dann da, und ich sah zum ersten mal ein typisch amerikanisches Zimmer mit begehbarem Kleiderschrank, eine Garage mit sechs Autos, tausend Tieren und Pool. Am Samstag war ich dann auch das erste Mal schwimmen und Sonntag begleitete ich die Familie mit Fahrrädern auf eine spezielle Straße, die am Sonntagmorgen extra für Radfahrrer oder Skater gesperrt ist (ein wunderschöner Platz und das erste Mal nach einem Monat auf nem Rad). Am spätem Nachmittag ging ich Bowlen mit meiner eigenen Familie. Ich merke jede Woche immer mehr, was für eine große Rolle hier die Familie spielt- so gut wie jeder respektiert seine Eltern sehr, unternimmt viel mit der Familie und erzählt viel über sie, und die Familie hat ein sehr dichtes Verhältnis.
Seit Anfang dieser Woche freue ich mich unheimnlich aufs Wochenende: denn es geht auf meine erste Orientation von Rotary nach Tampico! So wie ich gehört habe, werden dort bis zu 50 Austauschschüler aus aller Welt sein, mit denen ich ein Wochenende in dieser Stadt (mit Strand ;D) verbringen werde. Ich fahre mit 3 anderen Austauschschülern aus Monterrey (einer Deutschen, einer Taiwanerin und einer Brasilianerin) mit dem Bus 6 bis 7 Stunden in einem Bus, ich bin wirklich gespannt...Wenn das mal kein Abenteuer wird...Ich werde auf jeden Fall berichten!
Ich habe bestimmt wieder die Hälfte vergessen, aber das Wichtigste werd ich bestimmt irgendwann nachholen ;) Grüße nach Deutschland, oder wohin auch immer, ich hoffe, es geht euch gut!



Auf dem "Quince anos" mit Freunden



Auf dem "Fiesta Méxicana" an unserer Schule mit meinem Gastbruder :)


"Patinar"- Eislaufen, innen zwar bei 15, außen bei 40 Grad


Mexikanische Tänze auf dem "Fiesta Méxicana"


Im Park Fundidora, einer der größten (und schönsten!) Parks in Monterrey

Sonntag, 4. September 2011

"Cola de Caballo"- Die Wasserfälle

Hier eine kleine Auswahl von (wie ihr mich kennt) tausenden Fotos, die ich gemacht habe..




"Muchos Nacos y Chismossos aqui...!"

Heute ist Monatstag! Das ist doch nochmal ein Post wert. ;D
Die Zeit ist hier auch so ne Sache...Die nimmt man gar nicht war- einerseits vergeht sie wie im Flug, andererseits hat man schon so viel erlebt, und sich eingelebt, dass es einem viel länger als einen Monat vorkommt!
Ich bin unheimlich müde vom Wochenende, von wegen ausruhen vom anstrengendem Schulalltag- aus dem Ice-skating ist bisher nichts geworden. Spontaner Weise ging es dann in die Mall und dort ins Kino ("Medianoche en Paris" auf Englisch mit spanischem Untertitel). Ich hab noch ein bisschen Probleme mit dem Planen, weil man hier jedes Mal unglaublich abhängig von einem Auto ist, und manchmal ist es mir unangenehm, meine Eltern andauernd zu fragen. Und an die elterliche Besorgnis muss ich mich gewöhnen, denn wenn ich mich mit jemanden treffen will oder rausgehe, braucht meine Gastmutter den genauen Namen, Adresse, Telefonnummer, Zeit und will wissen, was wir machen. Was mir erst echt komisch vorkam, aber nun ja, da merkt man, dass man nicht mehr im behüteten Deutschland ist.
Das Kino ist im Vergleich zum Deutschen unheimlich luxoriös, die Sitze erinnern mich an Wohnzimmersesseln mit Fußlehnen, aber wahrscheinlich, weil wir unbewusst Vip-Karten gekauft haben ;D. Von den Film hab ich nicht mehr vertanden als die anderen, der war ziemlich verwirrend, also mach ich mir keine Vorwürfe :).
Am Samstag wurde ich zu einem Musical eingeladen, weil die Mutter eines Freundes Lehrerin ist hat sie freie Tickets für das Musical "Camp Rock" bekommen, was von den ganzen Schulen des "Tec" aufgeführt wurde (es gibt mehrere Schulen in Monterrey, die alle vom "Tec" sind).
Das Musical war unheimlich gut, das Beste war, dass die ganzen Songtexte ins Spanische übersetzt wurden (meiner Meinung nach hört sich spanisch besser an als englisch). Und da "Camp Rock" keine allzu komplizierte Geschichte ist, konnte ich dem ganzen gut folgen.
Außerdem habe ich am Samstag meine zweite Gastfamilie kennengelernt, was für mich echt eine Erleichterung war, die ist nämlich supernett! Dessen Tochter ist nun in Deutschland, aber die 14 jährige Schwester ist (noch!;D) hier (was mich unheimlich freut, ich wollte schon immer mal ne Schwester :D). Im Moment haben sie eine Austauschschülerin aus Taiwan, die ich auch zum ersten Mal getroffen hab, und wir werden ab Januar hier praktisch unser "Leben" (Familie & Schule) tauschen. Schon komisch wenn man darüber nachdenkt. Am Anfang war mir der Tausch ziemlich egal, ich hab mich sogar auf die neuen Erfahrungen gefreut, die ich machen werde. Aber wie gesagt, man hat sich nun langsam an dieses Leben gewöhnt und ist unheimlich erleichtert, dass alles geklappt hat, und dann muss man nochmal von vorne anfangen.
Am Sonntag war wieder Familientag, und das heißt: Essen! Ich hab bereits schon so meine Favoriten, und mit den Namen einprägen werd ich immer besser. In dieser Woche wurden mir außerdem viele mexikanische Begriffe beigebracht, die man wohl nicht im Wörterbuch findet. Ich habe praktisch den "Mexiko-Slang" gelernt. Trotz der Fortschritte (allerdings langsam) habe ich mich für nen zusätzlichen Spanischkurs entschieden, einfach, um schneller in die spanische Sprache zu kommen. Dank dem Englisch gibt es so gut wie gar keine Verständnisschwierigkeiten und man ist nicht auf die Sprache angewiesen. Aber schließlich bin ich in Mexiko, und um die Mexikaner richtig kennenzulernen, braucht man eben auch Sprachkenntnisse!
Nach dem Essen gings zum "Cola de Caballo", der wohl berühmteste Touristenort in Nuevo Leon; die Wasserfälle ("Cascadas"). Da hab ich mich besonders drauf gefreut seit ich hier bin, diesen Ort eines Tages zu besuchen, weil mir schon viel davon erzählt wurde. Ich denke, ich werde noch Bilder hochladen, das muss jeder mal gesehen haben. Wunderschöön! Man kommt sich ein wenig wie im Urwald vor, alles war so grün und es gab so viele Tiere, und durch die vorliegenden Dörfer zu fahren, teilweise mit Holzhütten und total einfach gemacht (in Deutschland unvorstellbar) war wie ein Abenteuer. Naja, Abenteuer für mich, Alltag für den Großteil der Menschen hier; wie schön Mexiko auch ist, begegnen einen auch oft genug die Kehrseiten wie Armut. Doch neben dem seien Politiker (sowie Polizisten!) unheimlich korrupt, sodass viele Menschen, die ich gesprochen haben, kein Vertrauen mehr in die Regierung haben, teilweise sogar Angst. Kann man sich das bei uns in Deutschland vorstellen? Ein guter Freund erzählte mir: "Ich fand es unglaublich traurig, ein fünfjähriges Kind sagen zu hören, dass sie Politikerin werden will, um die Politik hier zu ändern."
Irgendwie schon bewegend...
Ansonsten standen ab dieser Woche die ganzen Exams in Fächern wie Mathe, Geschichte und Englisch an. Hab erst vor kurzem begriffen, dass man die Ergebnisse (wie fast alles andere auch) online checken muss, also weiß ich noch nicht, wie meine ausgefallen sind. Aber ich ahne Böses :D Nein nein, so schlimm ist es denk ich nicht, aber ich muss zugeben, ich nehm das ganze noch ziemlich locker. Ich versuch noch die perfekte Balance zwischen "Was-für-die-Schule-tun", Freunde, Familie, Erfahrungen und Sprache zu finden, gar nicht so einfach...;D
Am Donnerstag hab ich mich mit Sophia in einer Mall verabredet, war mal wieder richtig ungewohnt, mit einer völlig Deutschen deutsch zu sprechen. Schade, dass sie morgen schon wieder zurückfliegt, wir haben uns echt gut verstanden und über das "Neue Leben in Monterrey" ausgetauscht (sie war ja vereits für ein halbes Jahr hier).
Was ich sonst noch erfahren habe: Im November gehts mit meiner Familie für ein paar Tage nach Mexiko City, da freu mich mich rieeesig drauf!
Monterrey hat zwar seinen Charme, aber mal was anderes zu sehen ist bestimmt cool! :)
Und ich war bei der Einreisebehörde (oder wie man das nennt), und ich bin überglücklich, dass mein Visum auch für die USA gilt! Die meisten hier fahren öfter mal am Wochenende über die Grenze, meistens zum Shoppen, weil das da einfach viel günstiger ist! Also ich denke, dieses Jahr werde ich auch noch Texas sehen. :)
Das Sommer ist (im Gegensatz zu Deutschland) noch nicht zu Ende, 40 Grad jeden Tag...Und ich war noch kein einziges Mal schwimmen! Wird mal Zeit...;D
Saludos :)

Samstag, 27. August 2011

"Cursi-Cheesy-Käsig" ;D

Meine Woche war bisher ganz entspannt, im Gegensatz zur Woche davor, jedenfalls schaff ichs jetzt, in den Spanischstunden meine Augen aufzuhalten ;D. Von den Spanischstunden versteh ich bisher noch Bruchteile (zu wenig), aber die meisten sagen mir, dass ich schnell lerne.Von meinem Wochenende hätt ich mir allerdings mehr erhofft. Typisch für Mexiko, es gibt überall "Fiestas" und es ist immer was los, aber typisch für Mexikaner ist auch des Öfteren, dass sie nicht so ganz verlässlich sind. Man wird überall zu eingeladen und muss sich zwischen tausend Möglichkeiten entscheiden, dann entscheidet man sich und plötzlich hat der Freund, mit dem man gehen will, ein Meeting oder derjenige, der einen anrufen wollte meldet sich nicht. Aber ich nehm das mal einfach nicht persönlich, mir bleiben noch so viele Wochenenden, außerdem gehe ich heute auf eine "Sweet Sixteen-Party" mit Freunden aus meinem Semester, die kann ja schlecht abgesagt werden, wenn sogar schon ne Facebookveranstaltung geöffnet wurde ;D. Ansonsten gibt es sehr viel zu tun für die Schule, aber ich muss zugeben, ich verpasse noch viele Hausaufgaben aufgrund des Online-Systems und wenn, brauche ich sehr lange. Mein Englisch reicht zwar für den Alltag aber nicht für Geschichtsbücher (!). Der Google-Übersetzer ist (noch vor Facebook ;D) die Seite, die ich bisher am meisten besuche, darauf bin ich echt angewiesen. Aber ich glaube, das stört die Lehrer nicht, hab ja keine richtige ID und ich bin immer der Austauschschüler, also hab ich Sonderrechte. ;D. Ich bleibe ja auch nur für ein Semester, also ein halbes Jahr und dann wechsle ich die Schule sowie die Familie. Oh mann, das kann ich mir echt noch nicht vorstellen, wo man sich gerade an alles gewöhnt und Kontakte an der Schule geknüpft, sowie die Familie echt liebgewonnen hat. Meine zweite Familie wohnt scheinbar 40 Minuten weg von hier, also mache ich dann praktisch einen neuen Anfang.
Ich glaube, ich mach mal mit Stichpunkten weiter und erzähl ein bisschen was über mexikanische Eigenschaften, dann muss ich nicht alles in Zusammenhängen schreiben;

Sprache: Während die Deutschen und US-Amerikaner echt Probleme mit dem "r" haben oder im Schreiben mit Akzenten setzen, fällt es den Mexikanern im Deutschen echt schwer, das "ch" auszusprechen sowie das ä ö und ü. Und während viele hier die deutsche Sprache lieben (und sie auch lernen), klingt sie für viele sehr grob und es klingt, als würde  man streiten. Wenn ich Mexikanern versuche, deutsche Wörter beizubringen, bin ich manchmal selbst überrascht, wie grob sie doch im Gegensatz zum Spanischen klingt.
Schule: Im Gegensatz zu den Deutschen wird hier die Schule sehr ernst genommen, das mag vielleicht daran liegen, dass die Gebühren dieser Schule unheimlich teuer sind (die ich als Austauschschüler nicht bezahlen muss). Viele korrigieren hier Arbeiten oder machen irgendwas anderes, um ein Stipendium für eine Senkung der Gebühren zu bekommen. Viele wollten mir gar nicht glauben, dass es in Deutschkland keine High-Schools gibt und Bildung nicht eine Frage des Geldes ist. So schön diese Schule hier auch sein mag, das deutsche System gefällt mir wirklich besser. Das mag auch an dem ganzen Online-System liegen. Ich muss zugeben, ich hab echt ein wenig Angst davor, wenn dieser ganze Kram nach Deutschland kommt (wovon ich echt stark ausgehe, man merkt erst jetzt, wie wir mit der Technik hinterherhängen). Man ist wirklich abhängig von dem Internet (mal so nebenbei, wirklich jeder hat Facebook, alle Lehrer und mein Hund eingeschlossen ;D), und ich hätt nie gedacht, dass ich das mal sage: Schüler, seid froh dass ihr noch Tafeln habt und die Möglichkeit, auf Papier schreiben zu können und Bücher zu lesen.
Sport: Wie gesagt, die Mexikaner fahren viel Auto und sind lange (und kurze) Strecken zu Fuß nicht gewöhnt. Und weil noch die Hitze dazukommt, sind die Mexikaner schon nach 5 Minuten laufen unheimlich fertig. Und weil joggen oder Fahrradfahren aufgrund der Gefahr und mangelnden Fahrradwegen nicht so üblich ist, gehen die meisten ins Fitnessstudio. Sogar unsere Schule hat eins, was für Schüler umsonst ist, das ist echt cool. Freitag war mein erster Tag im Fitnessstudio, und es hat mir überraschend gut gefallen ;D. Ansonsten gibt es natürlich die Classes, wie Salsa, Jazz oder Hip Hop, Fußball, Volleyball, Basketball (...). Ich bin mir nicht sicher, ob es vielleicht sogar Cricket gibt. Kennt ihr Cricket? ;D Soweit ichs verstanden habe, ist es etwas ähnliches wie Baseball, und das Interessante ist: Mein Englischlehrer behauptet, es ist einer der beliebtesten Sportarten Amerikas, noch vor Fußball oder Basketball. Trotzdem, der Nationalsport ist hier Fußball. Auch die deutsche Mannschaft ist hier natürlich bekannt.
Essen: Welches mir hier unglaublich gefällt! Neben der Schokolade vermiss ich wenig Essen in Deutschland, das in Mexiko ist so vielseitig! Viele haben gesagt, ich solle aufpassen mit den ganzen scharfen Sachen, aber man will hier echt alles mal probiert haben. Als Vegetarier hab ichs übrigens überlebt, Fleisch essen fällt mir noch schwer und ich esse sehr wenig davon, was hier auch nicht nötig ist, es gibt so viele Alternativen (trotz der vielen Warnungen, hier würde es nur Fleisch geben), wie in Deutschland.
Gefahren: Ich vermeide noch ein wenig, bei den Nachrichten hinzuschauen, zum Glück ist mein Spanisch auch noch zu schwach, um alles zu verstehen. ;D Schon, die Nachrichten sind umfangreich an irgendwelchen Verhaftungen (von Drogen-Dealern) und Alarmsirenen sind Alltag. Jedenfalls habe ich diese Woche das erste Mal ein schlimmes Ereignis "erlebt"; Der Anschlag auf das Casino, welches sogar in die deutschen Medien kam. Aber keine Angst Leute, mir geht es gut ;D. Monterrey ist so groß, da bekommt man nicht wirklich viel mit. Jedenfalls kenn ich niemanden hier, der soetwas schon miterlebt oder mit eigenen Augen gesehen hat. Aber natürlich trauern viele, zum Beispiel kommen viele Leute in weiß zur Schule (Farbe des Friedens). Schon echt traurig, da Monterrey vor Jahren eine der sichersten und reichsten Städte Mittel- und Lateinamerikas war, aber jetzt alles gefährlicher wurde.
Wiklich gefährlich wird es allerdings nur nachts, und der Grund: Alkohol. Da Jugendliche hier bereits ab 16 Auto fahren (aber ich will das Thema jetzt nicht nur auf Jugendliche beschränken) und Fiestas wie gesagt beliebt sind, fahren viele betrunken Auto, woraus der höchste Anteil hier an Unfällen besteht. Wogegen die Deutschen unheimlichen Respekt vor keinen Alkohol am Steuer haben- gut so!
Musik: Irgendwie hab ich das Gefühl, das die Mexikaner viel mehr Begabung fürs Singen (und Tanzen) haben als wir; in jeder (-Frei)-Stunde hört man irgendwen singen, viele laufen mit Gitarren oder Ukolelen rum, was das ganze eine unheimlich tolle Schul-Atmosphäre verschafft. Dazu kommt, dass in jeder Pause Musik gespielt wird, wunderbar! Ansonsten wird in Mexiko ungefähr die gleiche Musik gehört wie in Deutschland (wie international). Bekannte deutsche Bands gibt es auch: Tokio Hotel, Rammstein und Lena Meyer Landrut, haha ;D. Oft hört man das allerdings nicht oft. Für mexikanische Musik muss ich mich noch begeistern lassen, die ist nämlich sehr "cheesy"/käsig, mein neues englisches Lieblingswort (beides hat mit 'Käse' die Bedeutung von kitschig ;D).
Der mexikanische "Way of Life": Wie bekannt ist, lassen sich Mexikaner viel Zeit und schlafen gerne, scheinbar kommt man auch gerne statt um 3 um halb 4, womit ich ehrlich gesagt bisher noch nicht viele Erfahrungen gemacht habe. Viele erzählen mir dies, und sprechen mich auch oft auf die Engstirnigkeit der Deutschen in Sachen Pünktlichkeit an. Was zusätzlich dazu kommt: Mexikaner springen oft von Party zu Party, duschen teilweise fünfmal am Tag und wechseln jeden Tag ihr Outfit (was ich mir ehrlich gesagt bei meiner Garderobe, die aus vielleicht 15 Kilo Koffergepäck besteht, nicht unbedingt leisten kann). Jedenfalls muss ich noch oft gewarnt werden vor Gesten und Handlungen, die sich eigentlich nicht gehören, zum Beispiel sich öffentlich in Umkleidekabinen umzuziehen ;D; Meine Freundin wollte mir nicht glauben, dass es in Deutschland Sammel-Umkleidekabinen und Sammelduschen gibt, das fand sie unheimlich unangenehm. Aber naja, das ist wohl typisch für Amerikaner ;D. 
Verhältnis zwischen beiden Geschlechtern: Wie hart es auch klingen mag, die deutschen Männer können sich echt mal ne Scheibe von den mexikanischen abschneiden; denn der Typ sorgt sich unheimlich für die Freundin und versucht oft mit allen Mitteln, sie zu beeindrucken. Und allgemein, hier sind alle Gentlemen, halten den Mädchen höflicherweise immer die Tür auf, tragen einem die Tasche und und und...Bringt einen hier irgendwie wieder mehr Feeling eines typischen High-School-Films. ;D
Was die Mexikaner nicht kennen: IKEA! Das wollt ich unbedingt nochmal irgendwo erwähnt haben, habs aber nirgendwo einbringen können. Ich als Ikea-Fan war echt geschockt als ich das merkte, weil ich dachte, dass Ikea ja wohl das Internationalste überhaupt ist. ;D Die US-Amerikaner kennen es. Naja, ist jetzt auch nicht das wichtigste überhaupt..

Ich könnte noch so viel schreiben, das Wichtigste hab ich bestimmt mal wieder vergessen, zum Beispiel die kulturelle Vielfalt dieser Stadt zu erwähnen! Es gibt in Monterrey scheinbar so viele weitere schöne Orte, zum Beispiel Parks mit Wasserfällen, die ich noch unbedingt sehen muss. In den Parks kann man sich Fahrräder oder Inline-Skates leihen, und in einem gibt es sogar eine große Eisfläche. Wow, das wird auch mal ein Erlebnis, bei 40 Grad im Sommer Schlittschuhlaufen. Ich bin so froh über diesen Ort und dieses Land, und im Moment kann ich mir, wie bestimmt sicher jeder Austauschschüler, keinen besseren Ort für ein Austauschjahr vorstellen!